Ensemble
Sie reden. Eher übereinander. Niemals miteinander.
Sie heißen Patrizia, Robert, Angelika. Und Hans, Frank(ie), Sabine. Sie haben einen gut dotierten Job. Sie tun alles hierfür, für die Karriere. Für die Chefetage. Für Kramer. Sie zeigen, was sie haben. Kaschieren, was sie nicht haben. Ihr Berufs-Motto lautet: Hart sein. Erfolgreich sein.
Dabei sind sie auf dem Sprung in die Vorstandsetagen, in die Auslandsvertretungen. Zum Traumjob. In ihr persönliches Arkadien. Oder sie werden gefeuert, kaltgestellt, in den Vorruhestand geschickt.
Ihr Beruf bedeutet ihnen alles. Ihre Sehnsucht nach Freundschaft, Sex, Liebe behalten sie aber lieber für sich.
Roland Schimmelpfennig geb. 1967, gilt als der meistgespielte Dramatiker der Gegenwart, seine Texte sind auch seit vielen Jahren international ein Erfolg. Bei aller Unterschiedlichkeit seiner Themen aber ist doch allen eins gemeinsam: Der gekonnte und genaue Umgang mit Sprache.
Sein 2001 uraufgeführtes Schauspiel „Push up 1 – 3“ bildet hier keine Ausnahme. Ein Stück mit lose verbundenen, sehr schnellen und durchaus witzigen Dialogen, in denen die Handelnden miteinander kommunizieren ohne letztendlich wirklich was zu sagen.
Eine bitterböse Abrechnung mit der Generation Y, die den Erfolg in Beruf und Karriere sucht und diesen dann als privaten verbucht. Und auch wenn die einen auf der Bühne sich durchaus als stark präsentieren und sich bei ihrem Gegenüber durchsetzen können; letztendlich scheitern sie alle, ohne bei irgendjemanden deswegen Mitleid zu erregen.
Mit ihrer Regie wechseln Claudia Sobetzko und Monika Sobetzko von „auf“ zu „vor“ der Bühne und präsentieren ihre erste Inszenierung am Harlekin Theater.
Dauer: ca. 105 Minuten, keine Pause