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Mondlicht und Magnolien

Hollywood: Aus verlässlichen Quellen erreichte unsere Redaktion heute Morgen die Nachricht, die Dreharbeiten zum größten Film aller Zeiten  – „Vom Winde verweht“ – seien soeben gestoppt worden. Es heißt, der Produzent David O. Selznick habe seinen Drehbuchautor kommentarlos gefeuert hat und wäre jetzt händeringend auf der Suche nach einem neuen – und er meint, diesen in Ben Hecht gefunden zu haben. Mr. Hecht soll allerdings keine  Zeile von der literarischen Vorlage kennen.
  Ferner betonte Mr. Hecht schon häufiger, Südstaatenmelodramen würden der Filmindustrie keinen Cent einbringen. Weiter  erfuhren wir, dass sich auch der Regisseur Victor Flemming heute im Büro des bekannten Produzenten einfinden werde. Flemming, der zur Zeit an „Der Zauberer von Oz“ arbeitet,  kam ja schon letzte Woche in unsere Schlagzeilen, da er seinen jungen Star, Judy Garland, am Set vor allen Beteiligten geohrfeigt hat.
  Wenn diese Gerüchte stimmen, müssen wir davon ausgehen, die Selznick-Studios stehen nicht nur kurz vor dem Aus – nein, die Verfilmung von Margaret Mitchells Bestseller wird auch nie in unsere Kinos kommen.
 
Ein zu langer Roman, ein zu langes Drehbuch, viel zu viele Erdnüsse und Bananen, eine Schreibmaschine und jede Menge Papier sind, neben einer wahnwitzigen Handlung, die Zutaten von Ron Hutchinsons Stück, dessen Erfolg seit der Uraufführung 2004 nicht abreißt – und jetzt im Theater Harlekin zu sehen ist.
Basierend auf den Memoiren von David O. Selznick (Produzent) und Ben Hecht (Drehbuch),  entwirft der Autor nicht nur eine übermütige Komödie über Männer im Stress, nein, nebenbei liefert er auch eine gelungene satirische Auseinandersetzung mit Margaret Mitchells 1936 erschienenem Millionenerfolg und den rassistischen Stereotypen, die das Buch wie auch den Film durchziehen.
 
Darsteller: Horst Roden, Dirk Volpert, Thomas Herold und Brunhilde Huppertz
 
Regie: Thomas Hardow

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